Indikation

Man unterscheidet zwischen absoluten und relativen Indikationen.

Absolute Indikationen

▪   Der Zahn ist extrem gelockert (Lockerungsgrad III) und eine Regeneration des Zahnhalteapparates (Reattachment) ist nicht zu erwarten.

▪   Längsfraktur der Zahnkrone oder der Zahnwurzel

▪   Querfraktur der Zahnwurzel im mittleren Drittel der Zahnwurzel

▪   Massive Apikale Parodontitis (Entzündung an der Wurzelspitze im Knochen), wenn eine chirurgische Revision (Wurzelspitzenresektion oder Hemisektion) nicht möglich ist

▪   Verlagerung eines Zahnes, wie sie häufig bei Weisheitszähnen vorkommt, oder Platzmangel, wenn dieser durch kieferorthopädische Maßnahmen nicht behoben werden kann.

▪   Entfernung überzähliger Zahngebilde (zum Beispiel eines Mesiodens), vor allem, wenn sie den Durchbruch der regelrechten Zähne behindern

Relative Indikationen

▪   Starke Zerstörung der Zahnhartsubstanzen (Zahnschmelz, Dentin), wenn eine Zahnerhaltung mittels Zahnfüllungen oder Krone nur noch auf Zeit möglich ist.

▪   Der Patient lehnt zahnerhaltende Maßnahmen ab, muss aber dennoch von seinen Schmerzen befreit werden.

▪   Der Patient kann sich die Kosten für notwendige zahnerhaltende Maßnahmen (zum Beispiel eine Krone) finanziell nicht leisten (soziale Indikation).

▪   Es besteht ein Missverhältnis zwischen Zahn- und Kiefergröße, so dass nicht alle Zähne ausreichenden Platz finden: systematische Extraktionstherapie nach Hotz im Rahmen einer Kieferorthopädischen Behandlung.

▪   Als Ausgleichsextraktion, wenn in der gegenüberliegenden Kieferhälfte ein Zahn fehlt und eine (Mittellinien)-Verschiebung vermieden werden soll ebenfalls im Rahmen einer kieferorthopädischen Behandlung.