Eine Perforation der Kieferhöhle (Mund-Antrum-Verbindung = Mund-Kieferhöhlen-Verbindung - MAV) kann von einem chirurgisch versierten Zahnarzt, einem Oralchirurgen oder einem Kieferchirurgen mit einem vestibulär gestielten Dehnungslappen gedeckt werden (Plastische Deckung). Dazu wird nur das Periost (Knochenhaut) an der Lappenbasis von der Innenseite des Lappens her so durchtrennt, dass sich der Mukosalappen (Schleimhautlappen) ausreichend dehnen (mobilisieren) lässt. Der anschließende Nahtverschluss muss sehr sorgfältig erfolgen.

Soweit möglich sollte der Patient heftiges Schnäuzen und Niesen in den ersten Tagen nach der Operation vermeiden, da durch den Druck der Verschluss der Kieferhöhle wieder aufreißen kann.

Bei entzündeten Kieferhöhlen (zum Beispiel durch die infizierte Wurzelspitze) versagt die primäre Deckung mit einer Lappentechnik oft, da sich das ausströmende Sekret (von der Nasenhöhle über die Alveole in die Mundhöhle) auch bei gutem Wundverschluss eine Verbindung bahnt. In diesem Fall ist vor der plastischen Deckung die Ausheilung der Entzündung in der Kieferhöhle anzustreben. Gegebenenfalls wird dazu die Kieferhöhle über die eröffnete Alveole gespült. Von Fall zu Fall sollte die Unterstützung eines Hals-Nasen-Ohrenarztes in Anspruch genommen werden. Erst nach dem Abklingen der Entzündung kann eine plastische Deckung erfolgen.