Liebe Patientin, lieber Patient!

Im Folgenden möchte Ich Ihnen einige Fragen beantworten, die sich vielleicht für Sie vor der Entfernung Ihres Weisheitszahnes stellen.


Was ist los mit meinem Weisheitszahn? Warum soll er entfernt werden?

Meist liegen mehrere Gründe vor:

  • verlagerte Zähne, die keinen Weg in die Mundhöhle fänden und später Entzündungen hervorrufen könnten
  • durch Karies tief zerstörter Zahn, an dem keine konservierende Maßnahme, d.h. Füllung oder Krone mehr möglich ist
  • Entzündungen des Zahnfleisches und des umliegenden Kieferknochens aufgrund von fortgeschrittener Parodontose 
  • der Zahn ist stark gelockert und hat entzündete tiefe Zahnfleischtaschen
  • Zystenbildung bzw. Entzündung an der Wurzelspitze, die auch durch eine 
  • Wurzelspitzenresektion nicht mehr zu behandeln ist
  • in sich frakturierter (gebrochener) Zahn oder geplatzte Wurzel des Zahnes


Operation
Je nach Anzahl und Schwierigkeitsgrad der zu entfernenden Zähne wird in örtlicher Betäubung, Analgosedierung (,,Dämmerschlaf") oder Allgemeinnarkose (Intubationsnarkose) operiert. 
Nach zusätzlicher örtlicher Betäubung wird die Schleimhaut vom Knochen gelöst und der Zahn entweder mit einer Zange gezogen oder mit rotierenden Instrumenten so weit von Knochen freigelegt, dass er mit einem Hebel entfernt werden kann.

Dies sieht im Oberkiefer schematisch dargestellt folgendermaßen aus:

Im Oberkiefer ist dabei die nahe Lokalisation des Zahnes zur Kieferhöhle zu beachten.

Eine eventuelle Öffnung zur Kieferhöhle wird sofort während der OP mit einer Naht verschlossen.

Ein auf die Wunde gelegter Tupfer verbleibt zur Drucktamponade dort 1 Stunde und soll dann von Ihnen selbst entfernt werden. 

Nach der Operation


Es kann zu einer Erhöhung der Körpertemperatur bis ca. 38,5°C kommen. Eine weiche Schwellung der Wange nimmt am 1. und 2. Tag zu und bildet sich meist bis zum 5. Tag nach dem Eingriff wieder zurück. Oft ist die Mundöffnung (Schonhaltung der Muskulatur) für einige Tage eingeschränkt und es bestehen Schluckbeschwerden. 

Einen Tag später kommen Sie erneut in die Praxis zur Wundkontrolle und ca. 1 Woche später werden die Fäden entfernt.

Mögliche Komplikationen


Wie bei allen operativen Eingriffen können Nachblutungen und Wundheilungsstörungen auftreten. 
Die Seitenzähne des Oberkiefers, bilden praktisch den Kieferhöhlenboden. Oft befindet sich nur eine hauchdünne Knochenlamelle zwischen Wurzel und Kieferhöhle.
Damit kann es bei der Entfernung des Zahnes zur Eröffnung der Kieferhöhle kommen (s.o.). Diese wird durch die abschließende Wundnaht der Schleimhaut wieder verschlossen. Selten kommt es nach Eröffnung der Kieferhöhle zu einer Entzündung, die aber nach Behandlung gewöhnlich problemlos verheilt.
Bei schon vorher bestehender Entzündung der Kieferhöhle, z.B. durch entzündliche Veränderung der Zahnwurzel oder einer Sinusitis selbst, kann es zu einer Verbindung zwischen Mundhöhle und Kieferhöhle kommen, die eines weiteren Eingriffs bedarf (, ggf.Spülung und anschließende plastische Deckung).
Bei der Entfernung von Weisheitszähnen ist dies extrem selten. Sehr selten ist auch die Beschädigung von Nachbarzähnen bei ungünstigen Umständen oder das Abbrechen zahntragender Knochenteile, die eine Schienung erforderlich macht. Bitte fragen Sie, wenn Sie weitere Einzelheiten wissen möchten. 
Auch Nebeneingriffe, wie die Einspritzung, können mit Risiken verbunden sein.

Nach dem Eingriff

Bitte am OP-Tag und am folgenden Tag:

  • starken, schwarzen Tee, Kaffee, Alkohol und rauchen vermeiden
  • keine körperliche Anstrengung, wenig sprechen
  • Die Wange möglichst ununterbrochen, auch nachts, kühlen. Dies kann entweder mit feuchtkalten 
  • Umschläge oder mit in Tücher eingeschlagenen Kühlakkus geschehen. 
  • Der Eisbeutel sollte der Wange nicht direkt aufliegen. In keinem Fall wärmen oder Salben verwenden! 
  • Flüssige und weiche Nahrung zu sich nehmen.
  • Zähne gut putzen, dabei den Wundbereich etwas schonen, ggf. mit einer speziellen sehr weichen Zahnbürste (können Sie bei uns erhalten!) oder aber einem Wattestäbchen reinigen.
  • Hellrot gefärbter Speichel am Op-Tag und am folgenden Tag ist normal. 
  • Bei einer anhaltenden Nachblutung entstehen meist Blutklumpen. 
  • Bei anhaltender Blutung eine halbe Stunde auf ein in ein frisches, gebügeltes Stofftaschentuch gemachten Knoten beißen. Sollte die Blutung danach nicht gestoppt sein, anrufen.
  • Bei stärkeren Schwellungen, hohem Fieber, starken Schmerzen oder anderen Störungen des Allgemeinbefindens im Zusammenhang mit dem Eingriff bitte anrufen.

Sollten wir einmal nicht erreichbar sein, wenden Sie sich bitte an die Rettungsleitstelle bzw. den zahnärztlichen Notdienst oder den auf unserem Anrufbeantworter genannten vertretenden Kollegen.

Sie erhalten diese Informationen auch nochmal schriftlich nach einem persönlichen Aufklärungsgespräch in unserer Praxis.